ttt – titel thesen temperamente
Kultur (D 2026)
Gefühle für einen Chatbot? Beeindruckender Dokumentarfilm über KI: "Finding Connection" – eine Verbindung finden – so heißt der Dokumentarfilm von Florian Karner, der vier Menschen begleitet, die emotionale Beziehungen mit KI-Chatbots führen. Es sind Menschen, die enttäuscht wurden, die ihr Vertrauen verloren haben, die auf der Suche nach tiefer Verbundenheit sind. Trost finden sie ausgerechnet in KI-Companion-Apps: in Gesprächen mit virtuellen Partnern, die Nähe und Einfühlsamkeit simulieren. In seinem Langfilm-Debüt ist Nachwuchsregisseur Florian Karner zurückhaltend und sensibel mit der Kamera dabei, wenn Denise aus den USA, Rudi aus England und Steffi und Joe aus Deutschland ihre Erlebnisse, Sorgen und Sehnsüchte mit ihren digitalen Partnern teilen. Was bedeutet es, wenn ausgerechnet Maschinen zu den verlässlichsten Zuhörern werden, scheinbar verstehen und trösten? Ein beeindruckender Film, der viel über Einsamkeit in unserer Gesellschaft erzählt (Filmstart: 13. August 2026). Angriff auf unsere Demokratie: das Buch "Heimliche Übernahme": Der Angriff auf die Demokratie hat längst begonnen, so Tom Mannewitz und Tom Thieme in ihrem Buch "Heimliche Übernahme". Extremisten von verschiedenen Seiten haben es auf Justiz, Polizei und Verwaltung abgesehen, wollen so den Staat unterwandern und das Vertrauen in die demokratische Ordnung destabilisieren. Die beiden Autoren beschäftigen sich seit Jahren mit Extremismus und analysieren systematisch die unterschiedlichen Strategien von Demokratiefeinden bis hin zu Plänen der Übernahme des deutschen Staates. Ein wichtiges und ein wachrüttelndes Buch, das deutlich macht: Demokratie ist schon lange keine Selbstverständlichkeit mehr, wir müssen sie verteidigen, bevor es zu spät ist. Wenn der Rechtsstaat unter Verdacht gerät: der Kinofilm "Staatsschutz": Auf die junge Staatsanwältin Seyo Kim wird ein rassistischer Anschlag verübt. Danach beginnt sie, auf eigene Faust zu ermitteln und stößt auf Widerstände innerhalb der Justiz. Mit "Staatsschutz" (Kinostart 27. August) erzählt Regisseur Faraz Shariat einen Justizthriller über rechte Gewalt, institutionellen Rassismus und das Vertrauen in den Rechtsstaat. Der Film feierte seine Weltpremiere im Panorama der Berlinale 2026 und wurde dort unter anderem mit dem Panorama Publikumspreis ausgezeichnet. "ttt" spricht mit Regisseur Faraz Shariat darüber, wie sich Rassismus – auch in staatlichen Behörden – erkennen und bekämpfen lässt. Von "The Voice" zum "ECHO Rising Star": der Pianist Giorgi Gigashvili: "Mit klassischer Musik kann ich alles sagen, was ich will", so der Pianist Giorgi Gigashvili. Doch seine Interessen reichen viel weiter: von Mode über Pop bis Jazz. Der 26-Jährige ist einer der vielseitigsten und vielversprechendsten Musiker seiner Generation und kombiniert in seinen Konzerten schon mal klassische Stücke mit Volksliedern aus seiner Heimat Georgien. Als Kind sang er dort bei "The Voice", später hörte er Martha Argerich und beschloss, Pianist zu werden. Inzwischen lebt er in Deutschland und gastierte als "ECHO Rising Star" in den wichtigsten Konzerthäusern Europas. Außerdem spielt er oft mit Star-Geigerin Lisa Batiashvili, die ihn mit ihrer Stiftung fördert. Seine ersten CDs hat er auch schon veröffentlicht. "ttt" trifft Giorgi Gigashvili in Hamburg bei Proben in der Elbphilharmonie. Entdeckung eines Avantgardisten: Edmund Kesting in Halle: Er galt lange als bekanntester Unbekannter, allerdings wohl auch in eingeweihten Kreisen: der Maler und Fotograf Edmund Kesting. Geboren 1892 in Dresden, 1970 in Birkenwerder bei Berlin gestorben, wurde er von der Kunstgeschichte vergessen, war Einzelgänger, ein radikaler Avantgardist. Seine Malerei wurde in gleich zwei Diktaturen verfemt: Den Nazis galt er als entartet, in der DDR waren seine Werke nicht mit der staatlichen Kunstpolitik vereinbar. Und so tauschte er wiederholt den Pinsel gegen die Kamera, fotografierte seine Heimatstadt vor und nach der Bombennacht auf Dresden, experimentierte mit Licht und Schatten, mit Malerei auf Fotopapier. Jetzt zeigt das Kunstmuseum Moritzburg in Halle erstmals eine Retrospektive des ganzen Werks von Edmund Kesting. In jahrelanger Recherchearbeit und dank vieler privater Leihgeber gilt es jetzt, einen vielseitigen, mutigen und dem künstlerischen Experiment verschriebenen Künstler zu entdecken (bis 25. Oktober 2026).
- Gefühle für einen Chatbot?.
- Angriff auf unsere Demokratie.
- Wenn der Rechtsstaat unter Verdacht gerät: der Kinofilm "Staatsschutz".
- Von "The Voice" zum "ECHO Rising Star".
- Entdeckung eines Avantgardisten.
Wiederholung
So, 09.08.2026 | 23:40 - 00:10