Vergiftet in Istanbul: Tod durch Pestizide
Krimi (D,TRK 2026)
Das Istanbul-Semester sollte ihre beste Zeit werden. Doch Marlene P. leidet plötzlich unter Übelkeit und stirbt. 15 Monate später wird der Grund bekannt: ein hochgiftiges Pestizid. Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art. "Die Spur"-Autorinnen Julia Lösch und Rebecca Klose recherchieren den Fall, berichten über strukturelle Versäumnisse, einen blühenden Schwarzmarkt – und ein großes, bislang kaum aufgearbeitetes Problem. Denn der Fall von Marlene erinnert stark an den von Familie Böcek: Genau ein Jahr nach Marlenes Tod klagen auch sie während ihres Istanbul-Aufenthalts über Übelkeit. Die behandelnden Ärzte entlassen die Familie mit Verdacht auf Lebensmittelvergiftung aus dem Krankenhaus. Die Vier kehren zurück in ihr Hotel und sterben kurz darauf. Nach wenigen Wochen stellen die Ermittler fest: Im Hotel wurde das gefährliche Pestizid Aluminiumphosphid eingesetzt. Gemeinsam mit türkischen Insidern haben die beiden "Spur"-Autorinnen mehr als 30 mutmaßliche Vergiftungsfälle der vergangenen Jahre identifiziert. In vielen Fällen blieb eine umfassende juristische Aufarbeitung bislang aus. Der Anwalt der Familie Böcek kritisiert in der Dokumentation strukturelle Versäumnisse: Symptome würden häufig zunächst als Lebensmittelvergiftung fehlgedeutet, wodurch Betroffene nach kurzer Besserung in ihre Unterkünfte zurückkehrten – oft mit fatalen Folgen. Auch Hinweise von Patienten auf mögliche Schädlingsbekämpfungen würden in Kliniken nicht immer ausreichend berücksichtigt. Ähnliches schildert ein ehemaliger Mitbewohner Marlenes: Sein Verdacht einer Vergiftung sei im Krankenhaus nicht ernst genommen worden. Eine verdeckte Recherche zeigt, dass nicht-lizenzierte Schädlingsbekämpfer weiterhin bereit sind, das hochgiftige Aluminiumphosphid in Wohnungen oder Hotels einzusetzen. "Die Spur" fragt: Wie kann es sein, dass ein streng reguliertes, hochgiftiges Pestizid weiterhin in Wohn- und Hotelanlagen eingesetzt wird? Wie gehen Behörden mit dem Problem um? Und warum warten Angehörige der Opfer bis heute auf vollständige Aufklärung? Mehr unter https://diespur.zdf.de
Wiederholung
Mi, 08.07.2026 | 22:45 - 23:15