ttt – titel thesen temperamente

ttt – titel thesen temperamente
ARD
So, 11.01.2026 | 23:40 - 00:10

Kultur (D 2026)

Die neue Unordnung der Welt: "ttt" über die Zukunft Europas Die alte Weltordnung gilt nicht mehr – und ihre rechtstaatlichen Ordnungsprinzipien auch nicht, vielmehr greift mehr und mehr das Recht des Stärkeren. Das zeigt sich (spätestens) seit dem Angriff der USA auf Venezuela, den wiederholten Drohungen gegen Grönland. Tatsächlich sind die USA nicht mehr der gute Freund, der verlässliche Bündnispartner Europas, sondern betrachten Europa schon als Rivalen, wenn nicht gar als Feind. Was heißt das jetzt für uns, für Europa? Und wie ist dem zu begegnen? Mit strategischen Antworten, sagt die Politologin und Expertin für transatlantische Beziehungen Cathryn Clüver Ashbrook im "ttt"-Interview, während der Politikwissenschaftler Herfried Münkler mehr Tempo und weniger Zuwarten fordert. "ttt" spricht außerdem mit dem bekennenden Europäer und Fotografen Wolfgang Tillmans. Er hat sich gegen den Brexit und im letzten europäischen Wahlkampf engagiert. Die unbekannte Seite von Astrid Lindgren im Kino: ein Dokumentarfilm über ihre Kriegstagebücher: "Schade, dass niemand Adolf Hitler erschießt", das ist ein Satz der berühmtesten Kinderbuchautorin der Welt. Ein Satz, den wohl niemand von Astrid Lindgren erwartet hätte, der Schöpferin von "Pippi Langstrumpf". In ihren zwischen 1939 und 1945 entstandenen Kriegstagebüchern schildert Lindgren den Zweiten Weltkrieg aus der Perspektive einer Mutter und Humanistin: die Schrecken von Diktatur und Judenverfolgung, aber auch ihre Hoffnung auf Mitmenschlichkeit. Regisseur Wilfried Hauke hat jetzt einen Dokumentarfilm über Lindgrens Kriegstagebücher gedreht: "Astrid Lindgren – Die Menschheit hat den Verstand verloren". Erstmals sprechen die Tochter, die Enkelin und der Urenkel gemeinsam in einem Film über die legendäre Schriftstellerin, zentrale Stellen der Kriegstagebücher hat Hauke mit einer Schauspielerin nachinszeniert. Die aufwendige und sehr sehenswerte Dokumentation ist eine Koproduktion mit NDR/Arte und kommt am 22. Januar ins Kino. Halb Sport, halb Kunst: der Schneekünstler Simon Beck: War Kunst nicht traditionell mal was für die Ewigkeit? Um der Vergänglichkeit zu trotzen? Er macht Kunstwerke, die verschwinden: Simon Beck, britischer Schneekünstler. Wer in den französischen Alpen unterwegs ist, kann auf seine kurzlebigen Werke treffen. Geometrische Muster und Mandalas, manche so groß wie drei Fußballfelder. Stundenlang stapft der 67-Jährige dafür mit Schneeschuhen, Kompass und Maßband durch die Berge. Nicht nur das Wetter, auch Skifahrer und Pistenraupen sind seine Gegner. Wenn er mit seiner Drohne ein Foto gemacht hat, kann das Tauwetter kommen. Dann ist Simon Becks Schneekunst doch für die Ewigkeit festgehalten. "Die Stimme von Hind Rajab": berührender Film über getötetes Mädchen in Gaza: Der Kinofilm "Die Stimme von Hind Rajab" erzählt eine wahre Geschichte. Am 29. Januar 2024 beschießen israelische Soldaten ein Auto in Gaza-Stadt, alle Insassen sterben, nur ein sechsjähriges Mädchen, Hind Rajab, lebt noch und versucht per Notruf, Hilfe zu bekommen. Über Stunden zieht sich der Rettungsversuch, bis die Helfer vom Palästinensischen Roten Halbmond endlich die Genehmigung bekommen, mit einem Einsatzwagen zu dem Mädchen zu fahren. Während der ganzen Zeit halten die Helfer telefonischen Kontakt. Der Film "Die Stimme von Hind Rajab" verwebt Originalmitschnitte der Anrufe mit nachgestellten Spielszenen. Mit den Mitteln des Kinos appelliert die tunesische Regisseurin Kaouther Ben Hania an die Menschlichkeit. Vielleicht braucht es die Stimme eines Mädchens im Angesicht des Todes, um zu erfassen, was ein ganzes Volk erleidet (Filmstart: 22. Januar 2026).

Thema
  • Die neue Unordnung der Welt: "ttt" über die Zukunft Europas.
  • Die unbekannte Seite von Astrid Lindgren im Kino – ein Dokumentarfilm über ihre Kriegstagebücher.
  • Halb Sport, halb Kunst: der Schneekünstler Simon Beck.
  • "Die Stimme von Hind Rajab": berührender Film über getötetes Mädchen in Gaza.